Migräne

Moderne Migränetherapie und umfassende Diagnostik in unserer neurologischen Praxis in Böblingen — von Akutbehandlung bis Prophylaxe.

Was ist Migräne?

Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die weit mehr als gewöhnliche Kopfschmerzen darstellt. Sie betrifft in Deutschland rund zehn bis fünfzehn Prozent der Bevölkerung, Frauen etwa dreimal häufiger als Männer. Charakteristisch sind wiederkehrende Attacken mit meist einseitigem, pulsierendem Kopfschmerz von mittlerer bis starker Intensität, begleitet von Übelkeit, Erbrechen sowie einer ausgeprägten Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und manchmal auch Gerüchen.

Die Erkrankung hat eine starke genetische Komponente. Im Gehirn von Migränepatienten ist die Reizverarbeitung verändert: Das Nervensystem reagiert überempfindlich auf bestimmte äußere und innere Reize. Während einer Attacke kommt es zu einer Entzündungsreaktion an den Blutgefäßen der Hirnhäute und zur Freisetzung des Botenstoffs CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide), der eine Schlüsselrolle bei der Schmerzentstehung spielt. Dieses Verständnis hat in den letzten Jahren zu völlig neuen Therapieansätzen geführt.

Man unterscheidet die Migräne ohne Aura, die häufigste Form, von der Migräne mit Aura, bei der dem Kopfschmerz neurologische Symptome wie Sehstörungen oder Gefühlsstörungen vorausgehen. In unserer Praxis in Böblingen sind wir auf die Diagnostik und Behandlung aller Migräneformen spezialisiert.

Symptome und Anzeichen

Eine Migräneattacke verläuft typischerweise in mehreren Phasen, die sich über ein bis drei Tage erstrecken können. Nicht alle Patienten durchlaufen jede Phase, und die Ausprägung kann von Attacke zu Attacke unterschiedlich sein.

Vorboten (Prodromalphase)

  • Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder Euphorie
  • Heißhunger auf bestimmte Nahrungsmittel, insbesondere Süßes
  • Gähnen, Müdigkeit und Konzentrationsprobleme
  • Nackensteifigkeit und Verspannungen
  • Vermehrte Licht- und Geräuschempfindlichkeit

Kopfschmerzphase

  • Einseitiger, pulsierender oder pochender Kopfschmerz
  • Mittlere bis starke Schmerzintensität
  • Verstärkung durch körperliche Aktivität wie Treppensteigen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Ausgeprägte Licht-, Lärm- und Geruchsempfindlichkeit
  • Dauer vier bis 72 Stunden ohne Behandlung

Bei der Migräne mit Aura treten vor der Kopfschmerzphase neurologische Symptome auf, die sich über fünf bis zwanzig Minuten entwickeln und in der Regel innerhalb einer Stunde vollständig zurückbilden. Am häufigsten sind visuelle Auren mit Flimmerskotomen, Zickzacklinien oder blinden Flecken. Seltener kommen sensible Störungen wie Kribbeln in den Händen oder im Gesicht sowie Sprachstörungen vor.

Ursachen und Risikofaktoren

Migräne ist eine neurologische Erkrankung mit starker erblicher Veranlagung. Wenn ein Elternteil an Migräne leidet, beträgt das Risiko für die Kinder etwa 50 Prozent. Die Attacken werden häufig durch bestimmte Auslöser (Trigger) hervorgerufen, wobei diese individuell sehr unterschiedlich sein können.

Häufige Migräne-Trigger

  • Stress und Anspannung, aber auch Entspannung nach Stress (Wochenendmigräne)
  • Unregelmäßiger Schlafrhythmus — zu viel oder zu wenig Schlaf
  • Hormonelle Schwankungen, besonders um die Menstruation
  • Wetterumschwünge und Föhn
  • Ausgelassene Mahlzeiten und Flüssigkeitsmangel
  • Alkohol, insbesondere Rotwein
  • Reizüberflutung durch grelles Licht, Lärm oder starke Gerüche

Wichtig zu wissen: Trigger lösen eine Attacke nur aus, wenn das Gehirn gerade in einem empfindlichen Zustand ist. Deshalb führt derselbe Auslöser nicht immer zu einer Migräne. Ein Kopfschmerztagebuch kann helfen, Ihre persönlichen Trigger zu identifizieren und Zusammenhänge zu erkennen.

Diagnostik in unserer Praxis

Die Diagnose einer Migräne wird in erster Linie durch ein ausführliches ärztliches Gespräch und eine gründliche neurologische Untersuchung gestellt. In unserer Praxis in Böblingen nehmen wir uns Zeit für eine umfassende Abklärung.

Unsere diagnostischen Möglichkeiten

  • Detailliertes Anamnesegespräch mit Analyse Ihres Kopfschmerztagebuchs
  • Vollständige neurologische Untersuchung
  • EEG (Elektroenzephalographie) zum Ausschluss anderer neurologischer Ursachen
  • Doppler- und Duplexsonographie der hirnversorgenden Gefäße
  • Überweisung zur Bildgebung (MRT) bei atypischen Befunden oder erstmaliger Aura
  • Labordiagnostik bei Verdacht auf Begleiterkrankungen

Apparative Zusatzuntersuchungen dienen vor allem dem Ausschluss anderer Erkrankungen. Bei typischer Migräne mit normaler neurologischer Untersuchung ist eine Bildgebung nicht zwingend erforderlich, wird aber bei erstmalig auftretender Aura, verändertem Attackenmuster oder auffälligem neurologischen Befund empfohlen. Unser Ziel ist es, Ihnen Sicherheit über Ihre Diagnose zu geben und die bestmögliche Therapie einzuleiten.

Behandlung und Therapie

Die moderne Migränetherapie ruht auf zwei Säulen: der Akutbehandlung einzelner Attacken und der vorbeugenden Therapie (Prophylaxe) zur Reduzierung der Attackenhäufigkeit. In unserer Praxis erstellen wir einen individuellen Behandlungsplan, der auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Akuttherapie

  • Triptane als Migräne-spezifische Medikamente in verschiedenen Darreichungsformen
  • Moderne Gepante (Rimegepant) als Alternative zu Triptanen
  • Schmerzmittel wie Ibuprofen oder ASS bei leichteren Attacken
  • Mittel gegen Übelkeit zur Verbesserung der Magenentleerung
  • Strukturierter Einnahmeplan zur Vermeidung von Medikamentenübergebrauch

Prophylaxe und Vorbeugung

  • Botulinumtoxin (Botox) bei chronischer Migräne — zugelassen und hochwirksam
  • CGRP-Antikörper (Erenumab, Fremanezumab, Galcanezumab) als innovative Therapie
  • Klassische Prophylaxemedikamente wie Betablocker, Flunarizin oder Topiramat
  • Regelmäßiger Ausdauersport — nachweislich so wirksam wie Medikamente
  • Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
  • Verhaltenstherapeutische Verfahren und Biofeedback

Die Botox-Therapie ist speziell für die chronische Migräne mit fünfzehn oder mehr Kopfschmerztagen pro Monat zugelassen. Dabei werden alle zwölf Wochen geringe Mengen Botulinumtoxin an definierten Stellen im Kopf- und Nackenbereich injiziert. Viele Patienten berichten von einer deutlichen Reduktion der Kopfschmerztage und einer verbesserten Lebensqualität. Die CGRP-Antikörper stellen einen weiteren Meilenstein in der Migränetherapie dar und greifen gezielt in den Migränemechanismus ein.

Wann sollten Sie einen Neurologen aufsuchen?

Nicht jede Migräne erfordert sofort einen Neurologenbesuch. In bestimmten Situationen ist eine fachärztliche Beurteilung jedoch sehr empfehlenswert.

Konsultieren Sie einen Neurologen, wenn:

  • Migräneattacken häufiger als drei- bis viermal pro Monat auftreten
  • Die Attacken trotz Akutmedikation nicht ausreichend kontrolliert sind
  • Sie an mehr als zehn Tagen pro Monat Schmerzmittel einnehmen
  • Erstmalig Aurasymptome auftreten
  • Sich das Kopfschmerzmuster verändert
  • Neue neurologische Symptome wie Lähmungen oder Doppelbilder hinzukommen
  • Die Migräne Ihren Alltag, Beruf oder Ihre Lebensqualität erheblich einschränkt

In unserer Praxis in Böblingen nehmen wir uns Zeit für eine umfassende Abklärung und entwickeln gemeinsam mit Ihnen eine maßgeschneiderte Therapiestrategie. Durch moderne Behandlungsmethoden können wir die Lebensqualität der meisten Migränepatienten deutlich verbessern.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Migräne mit Aura?

Eine Migräne mit Aura geht mit neurologischen Symptomen einher, die typischerweise fünf bis sechzig Minuten vor dem Kopfschmerz auftreten. Am häufigsten sind Sehstörungen wie Flimmern, Zickzacklinien oder blinde Flecken im Gesichtsfeld. Auch Kribbeln in Armen oder Gesicht, Sprachstörungen oder selten Lähmungserscheinungen können vorkommen. Die Aura ist in der Regel vollständig rückbildungsfähig und dauert meist zwanzig bis dreißig Minuten.

Wie wirkt Botox gegen Migräne?

Botulinumtoxin (Botox) wird bei chronischer Migräne mit mehr als fünfzehn Kopfschmerztagen pro Monat eingesetzt. Es wird an 31 bis 39 definierten Stellen im Stirn-, Schläfen-, Hinterkopf- und Nackenbereich injiziert. Botox hemmt die Freisetzung von Schmerzüberträgerstoffen und reduziert so die Häufigkeit und Schwere der Migräneattacken. Die Wirkung setzt nach etwa zwei Wochen ein und hält rund zwölf Wochen an. Die Behandlung wird regelmäßig wiederholt.

Kann ich Migräne vorbeugen?

Ja, Migräne lässt sich durch verschiedene Maßnahmen vorbeugen. Regelmäßiger Ausdauersport, ein stabiler Schlaf-Wach-Rhythmus, Stressmanagement und das Meiden individueller Auslöser sind wichtige Bausteine. Bei häufigen Attacken stehen zudem wirksame prophylaktische Medikamente zur Verfügung, darunter Betablocker, Antikonvulsiva, CGRP-Antikörper und Botulinumtoxin. In unserer Praxis erstellen wir gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Vorbeugungsplan.

Wann werden CGRP-Antikörper bei Migräne eingesetzt?

CGRP-Antikörper sind eine moderne Therapieoption für Patienten mit häufiger episodischer oder chronischer Migräne, bei denen mindestens zwei herkömmliche Prophylaxemedikamente nicht ausreichend gewirkt haben oder nicht vertragen wurden. Sie werden als monatliche Spritze oder vierteljährliche Infusion verabreicht und können die Migränetage pro Monat deutlich reduzieren. Wir prüfen gerne, ob diese Therapie für Sie infrage kommt.

Termin vereinbaren

Sie leiden unter Migräne und wünschen eine kompetente Beratung? Wir bieten Ihnen modernste Diagnostik und Therapie in unserer Praxis in Böblingen — von der Akutbehandlung bis zur innovativen Prophylaxe.

Jetzt Termin buchen

Verwandte Themen