Schlaganfall

Kompetente neurologische Nachsorge und Sekundärprophylaxe nach Schlaganfall in unserer Praxis in Böblingen.

Was ist ein Schlaganfall?

Ein Schlaganfall (Apoplex) ist ein medizinischer Notfall, bei dem die Durchblutung eines Hirnareals plötzlich unterbrochen wird. Dadurch erhalten die Nervenzellen im betroffenen Bereich nicht mehr genügend Sauerstoff und Nährstoffe und beginnen innerhalb von Minuten abzusterben. In Deutschland erleiden jedes Jahr rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Er ist die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für eine bleibende Behinderung im Erwachsenenalter.

Man unterscheidet zwei Hauptformen: Den ischämischen Schlaganfall (Hirninfarkt), der etwa 80 bis 85 Prozent aller Fälle ausmacht und durch den Verschluss eines hirnversorgenden Blutgefäßes entsteht, sowie den hämorrhagischen Schlaganfall (Hirnblutung), bei dem ein Blutgefäß im Gehirn platzt. Eine Sonderform ist die transitorische ischämische Attacke (TIA), bei der die Symptome innerhalb von 24 Stunden vollständig zurückgehen — sie ist jedoch ein dringendes Warnsignal für einen drohenden Schlaganfall.

In unserer Praxis in Böblingen betreuen wir Patienten nach einem Schlaganfall oder einer TIA umfassend. Wir kümmern uns um die Sekundärprophylaxe, die Risikofaktorenkontrolle und die Koordination der weiteren Rehabilitation.

Symptome und Anzeichen

Die Symptome eines Schlaganfalls treten in der Regel plötzlich und ohne Vorwarnung auf. Sie hängen davon ab, welches Hirnareal betroffen ist und wie groß der Schaden ist. Das schnelle Erkennen der Symptome ist lebenswichtig, denn jede Minute ohne Behandlung bedeutet den Verlust von Nervenzellen.

Typische Schlaganfall-Symptome — Notfall 112!

  • Plötzliche einseitige Lähmung oder Schwäche von Arm, Bein oder Gesicht
  • Plötzliche Sprachstörung — undeutliches Sprechen oder Wortfindungsprobleme
  • Plötzliche Sehstörung auf einem oder beiden Augen, Doppelbilder
  • Plötzlicher starker Schwindel mit Gangunsicherheit
  • Plötzlicher extrem starker Kopfschmerz ohne bekannte Ursache
  • Plötzliche Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörung

Der FAST-Test zur schnellen Erkennung

  • Face (Gesicht): Bitten Sie die Person zu lächeln — hängt eine Gesichtshälfte?
  • Arms (Arme): Kann die Person beide Arme heben und oben halten?
  • Speech (Sprache): Kann die Person einen einfachen Satz klar nachsprechen?
  • Time (Zeit): Bei einem positiven Zeichen sofort 112 rufen!

Nehmen Sie auch vorübergehende Symptome ernst. Eine TIA, bei der die Beschwerden nach Minuten bis Stunden von selbst verschwinden, ist ein dringendes Warnsignal. Das Risiko für einen vollständigen Schlaganfall ist in den ersten Tagen nach einer TIA besonders hoch. Suchen Sie daher sofort ärztliche Hilfe auf.

Ursachen und Risikofaktoren

Die häufigste Ursache eines ischämischen Schlaganfalls ist die Arteriosklerose — eine fortschreitende Verengung der Blutgefäße durch Ablagerungen. Blutgerinnsel können sich an diesen verengten Stellen bilden oder aus dem Herzen in das Gehirn gespült werden, wo sie ein Gefäß verschließen. Vorhofflimmern ist eine besonders häufige Ursache für Blutgerinnsel aus dem Herzen.

Risikofaktoren für einen Schlaganfall

  • Bluthochdruck — der wichtigste Risikofaktor überhaupt
  • Vorhofflimmern und andere Herzrhythmusstörungen
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin)
  • Rauchen
  • Übergewicht und Bewegungsmangel
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Familiäre Vorbelastung und höheres Alter

Viele dieser Risikofaktoren sind beeinflussbar. Durch konsequente Behandlung und Lebensstiländerung lässt sich das Schlaganfallrisiko erheblich senken. In unserer Praxis bestimmen wir Ihr individuelles Risikoprofil und leiten gezielte vorbeugende Maßnahmen ein.

Diagnostik in unserer Praxis

Die Akutdiagnostik bei Schlaganfall erfolgt im Krankenhaus mit bildgebenden Verfahren wie CT und MRT. In unserer neurologischen Praxis führen wir die ambulante Nachsorge, Ursachenabklärung und Verlaufskontrolle durch.

Unsere diagnostischen Möglichkeiten

  • Doppler- und Duplexsonographie der Halsschlagadern (Carotis) und Hirnarterien
  • Beurteilung von Gefäßverengungen (Stenosen) und Plaques
  • EEG zur Beurteilung der Hirnfunktion nach Schlaganfall
  • Ausführliche neurologische Untersuchung zur Bestimmung von Defiziten
  • Labordiagnostik: Blutfette, Blutzucker, Gerinnungsparameter, Entzündungswerte
  • Koordination mit Kardiologen zur Abklärung von Vorhofflimmern
  • Überweisung zur weiterführenden Bildgebung bei Bedarf

Die Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Gefäße ist eine unserer wichtigsten Untersuchungen in der Schlaganfallnachsorge und -vorbeugung. Sie ist schmerzfrei, strahlungsfrei und kann Verengungen der Halsschlagadern sicher erkennen. Bei relevanten Stenosen leiten wir die weitere Behandlung in enger Abstimmung mit Gefäßchirurgen und Neuroradiologen ein.

Nachsorge und Sekundärprophylaxe

Nach einem Schlaganfall ist die konsequente Nachsorge entscheidend, um einen erneuten Schlaganfall zu verhindern und die bestmögliche Erholung zu fördern. Die Sekundärprophylaxe — also die Vorbeugung eines weiteren Schlaganfalls — ist eine zentrale Aufgabe unserer neurologischen Praxis.

Medikamentöse Sekundärprophylaxe

  • Thrombozytenaggregationshemmer (ASS, Clopidogrel) bei ischämischem Schlaganfall
  • Antikoagulation bei Vorhofflimmern (z. B. direkte orale Antikoagulanzien)
  • Blutdruckmedikamente zur Zielwerteinstellung
  • Statine zur Senkung der Blutfettwerte
  • Optimale Diabeteseinstellung
  • Regelmäßige Medikamentenüberprüfung und Dosisanpassung

Rehabilitation und Lebensstiländerung

  • Koordination von Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie
  • Unterstützung bei der Beantragung von Rehabilitationsmaßnahmen
  • Beratung zu Ernährungsumstellung und Gewichtsmanagement
  • Begleitung beim Rauchstopp
  • Anleitung zu angepasster körperlicher Aktivität
  • Psychologische Unterstützung bei Depression nach Schlaganfall
  • Fahreignungsberatung nach Schlaganfall

Die neurologische Nachsorge nach Schlaganfall umfasst regelmäßige Kontrolltermine, bei denen wir den neurologischen Befund erheben, die Medikation überprüfen, Ultraschallkontrollen der Gefäße durchführen und den Verlauf der Rehabilitation begleiten. Besonders in den ersten Monaten nach dem Ereignis sind engmaschige Kontrollen wichtig.

Wann sollten Sie einen Neurologen aufsuchen?

Bei Verdacht auf einen akuten Schlaganfall rufen Sie sofort den Notruf 112. Die folgende neurologische Nachsorge und Vorbeugung findet ambulant in unserer Praxis statt.

Kommen Sie zu uns bei:

  • Nachsorge nach Schlaganfall oder TIA — regelmäßige Kontrolltermine
  • Einstellung und Überprüfung der Sekundärprophylaxe
  • Vorsorgeuntersuchung bei erhöhtem Schlaganfallrisiko
  • Ultraschalluntersuchung der Halsschlagadern
  • Neuen oder veränderten neurologischen Symptomen nach Schlaganfall
  • Koordination der ambulanten Rehabilitation
  • Fragen zu Fahreignung, Berufsfähigkeit oder Schwerbehinderung

Wichtig: Bei plötzlich auftretenden neurologischen Symptomen wie einseitiger Schwäche, Sprachstörungen oder Sehstörungen handelt es sich möglicherweise um einen Schlaganfall. Rufen Sie in diesem Fall immer sofort den Notruf 112. Jede Minute zählt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der FAST-Test bei Schlaganfall?

Der FAST-Test ist eine einfache Methode, um einen Schlaganfall schnell zu erkennen. F steht für Face (Gesicht): Bitten Sie die Person zu lächeln — hängt eine Gesichtshälfte? A steht für Arms (Arme): Kann die Person beide Arme heben und oben halten? S steht für Speech (Sprache): Kann die Person einen einfachen Satz klar aussprechen? T steht für Time (Zeit): Wenn eines dieser Zeichen auftritt, rufen Sie sofort 112. Jede Minute zählt, denn je schneller die Behandlung beginnt, desto besser sind die Chancen auf Erholung.

Was bedeutet Sekundärprophylaxe nach einem Schlaganfall?

Sekundärprophylaxe bedeutet die Vorbeugung eines erneuten Schlaganfalls. Nach einem ersten Schlaganfall oder einer TIA ist das Risiko für ein weiteres Ereignis deutlich erhöht. Zur Sekundärprophylaxe gehören die dauerhafte Einnahme von Blutverdünnern oder Gerinnungshemmern, die konsequente Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes und erhöhten Blutfettwerten sowie die Umstellung auf einen gesunden Lebensstil. In unserer Praxis überwachen wir diese Maßnahmen regelmäßig und passen die Therapie bei Bedarf an.

Kann man einem Schlaganfall vorbeugen?

Ja, ein großer Teil der Schlaganfälle ist vermeidbar. Die wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung sind: Bluthochdruck konsequent behandeln, nicht rauchen, regelmäßig bewegen, Übergewicht abbauen, Alkoholkonsum einschränken, Diabetes und Cholesterin gut einstellen sowie Vorhofflimmern erkennen und behandeln lassen. In unserer Praxis führen wir Vorsorgeuntersuchungen durch, darunter die Ultraschalluntersuchung der Halsschlagadern, um Ihr persönliches Schlaganfallrisiko zu bestimmen.

Wie lange dauert die Rehabilitation nach einem Schlaganfall?

Die Dauer der Rehabilitation ist sehr individuell und hängt von der Schwere des Schlaganfalls und den betroffenen Funktionen ab. Die intensivste Erholung findet in den ersten drei bis sechs Monaten statt, aber Verbesserungen sind auch danach noch möglich. Die stationäre Rehabilitation dauert meist drei bis sechs Wochen, gefolgt von ambulanter Therapie. Wichtig ist, die Nachsorge konsequent fortzuführen. Wir begleiten Sie als Neurologen langfristig und koordinieren die weitere Behandlung.

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