Parkinson-Krankheit

Die Parkinson-Krankheit ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. In unserer Praxis in Böblingen begleiten wir Sie von der Diagnose über die individuelle Therapieplanung bis zur langfristigen Verlaufskontrolle — kompetent und einfühlsam.

Was ist die Parkinson-Krankheit?

Die Parkinson-Krankheit — auch Morbus Parkinson genannt — ist eine langsam fortschreitende neurodegenerative Erkrankung des Gehirns. Sie entsteht durch den Untergang von Nervenzellen in einem bestimmten Hirnbereich, der sogenannten Substantia nigra. Diese Nervenzellen produzieren den Botenstoff Dopamin, der für die Steuerung von Bewegungen unverzichtbar ist. Wenn zu wenig Dopamin zur Verfügung steht, geraten die Bewegungsabläufe zunehmend aus dem Gleichgewicht.

In Deutschland leben etwa 400.000 Menschen mit Parkinson. Die Erkrankung tritt überwiegend nach dem 60. Lebensjahr auf, kann in selteneren Fällen aber auch jüngere Menschen betreffen. Obwohl Parkinson derzeit nicht heilbar ist, lassen sich die Symptome mit modernen Behandlungsmethoden über viele Jahre hinweg wirksam kontrollieren, sodass Betroffene ein aktives und selbstbestimmtes Leben führen können.

Symptome und Anzeichen

Parkinson beginnt oft schleichend mit unspezifischen Beschwerden, die anfangs nicht sofort auf die Erkrankung hindeuten. Erst mit der Zeit entwickeln sich die charakteristischen motorischen Hauptsymptome, die als Kardinalsymptome bezeichnet werden.

Die drei Kardinalsymptome

  • Tremor (Zittern): Ein rhythmisches Zittern, das vor allem in Ruhe auftritt und typischerweise an einer Hand beginnt. Beim sogenannten Pillendreher-Tremor bewegen sich Daumen und Zeigefinger gegeneinander.
  • Rigor (Muskelsteifheit): Die Muskeln sind dauerhaft angespannt, was zu einer erhöhten Steifigkeit in Armen, Beinen und Rumpf führt. Betroffene empfinden dies häufig als Verspannung oder Schmerzen im Schulter-Nacken-Bereich.
  • Akinese bzw. Bradykinese (Bewegungsverlangsamung): Willkürliche Bewegungen werden langsamer und kleiner. Das zeigt sich etwa in einem schlurfenden Gangbild, einer leisen Stimme oder einer kleiner werdenden Handschrift (Mikrografie).

Weitere häufige Symptome

  • Gestörtes Gleichgewicht und erhöhte Sturzneigung (posturale Instabilität)
  • Verminderte Mimik und reduziertes Mitschwingen der Arme beim Gehen
  • Schlafstörungen und lebhafte Träume
  • Riechstörungen, die oft schon Jahre vor den motorischen Symptomen auftreten
  • Verstopfung und andere vegetative Beschwerden
  • Depressive Verstimmung, Antriebslosigkeit und Ängstlichkeit

Ursachen und Risikofaktoren

Die genaue Ursache der Parkinson-Krankheit ist bis heute nicht vollständig geklärt. Man weiß jedoch, dass in der Substantia nigra — einer Region im Mittelhirn — dopaminproduzierende Nervenzellen absterben. Wenn etwa 60 Prozent dieser Zellen verloren gegangen sind, treten die ersten motorischen Symptome auf. Der Verlust des Botenstoffs Dopamin stört das fein abgestimmte Zusammenspiel verschiedener Hirnregionen, die für die Bewegungssteuerung zuständig sind.

Bei der großen Mehrheit der Betroffenen liegt ein sogenanntes idiopathisches Parkinson-Syndrom vor, bei dem keine einzelne Ursache identifiziert werden kann. Es wird angenommen, dass ein Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung, Alterungsprozessen und Umweltfaktoren eine Rolle spielt. In etwa fünf bis zehn Prozent der Fälle gibt es eine familiäre Häufung mit nachweisbaren genetischen Veränderungen. Bestimmte Umweltgifte wie Pestizide und Herbizide werden als mögliche Risikofaktoren diskutiert. Das Alter bleibt der bedeutendste Risikofaktor: Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an Parkinson zu erkranken.

Diagnostik in unserer Praxis

Die Diagnose der Parkinson-Krankheit stützt sich in erster Linie auf die gründliche klinisch-neurologische Untersuchung. In unserer Praxis in Böblingen nehmen wir uns ausreichend Zeit, um Ihre Beschwerden detailliert zu erfassen und die Bewegungsfunktionen systematisch zu prüfen. Ein erfahrener Neurologe kann Parkinson in vielen Fällen bereits durch die körperliche Untersuchung sicher erkennen.

Unsere diagnostischen Verfahren

  • Ausführliche Anamnese und klinisch-neurologische Untersuchung
  • L-Dopa-Test: Durch die Gabe von Levodopa wird geprüft, ob sich die Symptome bessern — ein starker Hinweis auf Parkinson
  • Kernspintomografie (MRT) des Gehirns zum Ausschluss anderer Erkrankungen
  • Überweisung zur DaTSCAN-Szintigraphie bei unklaren Befunden zur Darstellung des Dopaminstoffwechsels
  • Standardisierte Bewertungsskalen (z. B. UPDRS) zur Verlaufskontrolle
  • Differenzialdiagnostische Abgrenzung gegenüber atypischen Parkinson-Syndromen und essentiellem Tremor

Behandlung und Therapie

Die Behandlung der Parkinson-Krankheit ist individuell und richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung, dem Alter und den persönlichen Bedürfnissen des Patienten. Ziel ist es, die Lebensqualität möglichst lange auf einem hohen Niveau zu erhalten. Die Therapie ruht auf mehreren Säulen.

Medikamentöse Therapie

  • L-Dopa (Levodopa): Der Goldstandard in der Parkinson-Behandlung. L-Dopa wird im Gehirn zu Dopamin umgewandelt und gleicht den Mangel direkt aus. Es ist das wirksamste Medikament und wird häufig in Kombination mit einem Decarboxylasehemmer verabreicht.
  • Dopaminagonisten: Diese Wirkstoffe ahmen die Wirkung von Dopamin nach und stimulieren die Dopaminrezeptoren direkt. Sie werden vor allem bei jüngeren Patienten als Ersttherapie eingesetzt, um den Einsatz von L-Dopa hinauszuzögern.
  • MAO-B-Hemmer: Sie verlangsamen den Abbau von Dopamin im Gehirn und verlängern so dessen Wirkdauer.
  • COMT-Hemmer: Ergänzend zu L-Dopa eingesetzt, verlängern sie dessen Wirkung und verringern Wirkungsschwankungen.
  • Amantadin: Kann bei leichteren Symptomen eingesetzt werden und hilft auch gegen unwillkürliche Überbewegungen (Dyskinesien).

Im fortgeschrittenen Stadium, wenn die medikamentöse Therapie an ihre Grenzen stößt, kommen erweiterte Verfahren in Betracht. Die tiefe Hirnstimulation (THS) ist ein chirurgisches Verfahren, bei dem Elektroden in bestimmte Hirnregionen implantiert werden. Diese senden elektrische Impulse aus, die die gestörten Nervensignale modulieren und so Tremor, Rigor und Wirkungsschwankungen deutlich verringern können. Wir beraten Sie ausführlich zu den Möglichkeiten und überweisen Sie bei Bedarf an ein spezialisiertes Zentrum.

Neben der medikamentösen Behandlung spielen Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie eine zentrale Rolle. Regelmäßige Bewegung erhält die Mobilität und kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Auch die psychologische Betreuung bei begleitenden Depressionen oder Ängsten ist ein wichtiger Bestandteil unseres ganzheitlichen Behandlungskonzepts.

Wann sollten Sie einen Neurologen aufsuchen?

Wenn Sie bei sich selbst oder einem Angehörigen eines oder mehrere der folgenden Anzeichen bemerken, empfehlen wir Ihnen, zeitnah einen Termin bei einem Neurologen zu vereinbaren:

Warnsignale

  • Zittern einer Hand oder eines Armes, besonders in Ruhe
  • Zunehmende Steifigkeit oder Verspannungen, die sich nicht durch orthopädische Ursachen erklären lassen
  • Verlangsamung von Bewegungen im Alltag — etwa beim Anziehen, Schreiben oder Gehen
  • Veränderungen des Gangbildes: kleine, schlurfende Schritte oder Schwierigkeiten beim Starten einer Bewegung
  • Auffällige Abnahme des Geruchssinns
  • Lebhafte, zum Teil beängstigende Träume mit Bewegungen im Schlaf

Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht einen rechtzeitigen Therapiebeginn, der den Krankheitsverlauf spürbar positiv beeinflussen kann. In unserer Praxis in der Konrad-Zuse-Str. 14 in Böblingen nehmen wir Ihre Sorgen ernst und begleiten Sie mit Erfahrung und Einfühlungsvermögen.

Häufig gestellte Fragen

Ist Parkinson heilbar?

Parkinson ist nach heutigem Wissensstand nicht heilbar, aber die Symptome lassen sich mit modernen Medikamenten und Therapien sehr gut behandeln. Viele Patienten führen über Jahre hinweg ein aktives und selbstständiges Leben. Die Forschung arbeitet intensiv an neuen Ansätzen, etwa an neuroprotektiven Therapien, die das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen könnten.

Wie wird Parkinson festgestellt?

Die Diagnose stützt sich vor allem auf die neurologische Untersuchung. Ergänzend setzen wir bildgebende Verfahren wie MRT und bei Bedarf eine DaTSCAN-Szintigraphie ein, um die Diagnose zu sichern und andere Erkrankungen auszuschließen. Ein L-Dopa-Test, bei dem geprüft wird, ob die Gabe des Medikaments die Symptome bessert, liefert ebenfalls einen wichtigen diagnostischen Hinweis.

Welche Nebenwirkungen hat L-Dopa?

L-Dopa ist das wirksamste Parkinson-Medikament. Mögliche Nebenwirkungen sind Übelkeit, Schwindel und nach längerer Einnahme Wirkungsschwankungen oder unwillkürliche Bewegungen (Dyskinesien). Durch sorgfältige Dosisanpassung und Kombination mit anderen Medikamenten lassen sich diese Nebenwirkungen in den meisten Fällen gut kontrollieren. Wir passen Ihre Therapie regelmäßig an Ihre aktuelle Situation an.

Ab welchem Alter tritt Parkinson auf?

Parkinson tritt meist nach dem 60. Lebensjahr auf, kann aber in seltenen Fällen auch jüngere Menschen betreffen. Etwa zehn Prozent der Betroffenen erkranken vor dem 50. Lebensjahr. Diese Form wird als Early-Onset-Parkinson bezeichnet und hat teilweise einen günstigeren Verlauf, da sie oft besser auf Dopaminagonisten anspricht.

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